BERICHTE

Die Betriebe in 4 Branchen (Fleischverarbeitung; Milchverarbeitung; Obst- und Gemüseverarbeitung, kombiniert mit Essig- und Schnapserzeugung, sowie Tee- und Gewürzherstellung), welche für eine Kooperation im Rahmen des Projekts gewonnen werden konnten, ermöglichen einen spezifischen Einblick in die jeweilige Branche. Durch das Fachwissen und die Erfahrung der Gesprächspartner ist die branchenweite Relevanz der Ergebnisse gegeben.

Folgende Schlussfolgerungen lassen sich für die lebensmittelverarbeitenden Branchen Fleisch-, Milch- und Obstverarbeitung ziehen:

Eine weitgehende Verwertung der anfallenden pflanzlichen Rückstände (Obst- und Gemüsetrester) oder tierischen Nebenprodukte (Molke, Knochen, tierische Organe etc.) in den untersuchten Betrieben bzw. Branchen ist möglich und derzeit teilweise vorgenommen.

Viele der untersuchten österreichischen Betriebe sind sich des Themas über die Abfallvermeidung bzw. der stofflichen Verwertung der anfallenden pflanzlichen Rückstände oder tierischen Nebenprodukte bewusst und setzen oft entsprechende abfallvermeidende bzw. verwertende Maßnahmen um.

Alle untersuchten fleischverarbeitenden Betriebe setzen bereits erfolgreich ein umfassendes Spektrum an Maßnahmen für ihre Verwertung um. Die abfallvermeidenden Maßnahmen in vielen der untersuchten Betriebe können bereits als Best-Practice für weitere Unternehmen in der jeweiligen Branche betrachtet und empfohlen werden.

Für einige Rückständefraktionen (z.B. Obst- und Gemüsetrester) bestehen derzeit noch keine weitgehend etablierten Verwertungsoptionen, da die Untersuchungen oft noch im Forschungsstadium sind. Dies bietet die Möglichkeit für die österreichischen Unternehmen, eine Pionierrolle für die Umsetzung in der Praxis zu übernehmen. Diese Rückstände erfüllen die Bedingungen für Nebenprodukte, werden jedoch in den konkreten Betrieben als Abfall entsorgt. Auch hier wird Handlungsbedarf hinsichtlich einer optimalen Verwertung der anfallenden pflanzlichen Rückstände identifiziert.

Die abfallvermeidenden Maßnahmen in vielen der untersuchten Betriebe können bereits als Best-Practice für weitere Unternehmen in der jeweiligen Branche betrachtet und empfohlen werden.

Für einige Rückständefraktionen (z.B. Obst- und Gemüsetrester) bestehen derzeit noch keine weitgehend etablierten Verwertungsoptionen, da die Untersuchungen oft noch im Forschungsstadium sind. Dies bietet die Möglichkeit für die österreichischen Unternehmen, eine Pionierrolle für die Umsetzung in der Praxis zu übernehmen.

In manchen Fällen wirken die gesetzlichen Regelungen über die Weiterverwertung der Rückstände (z.B. Molke) gegeneinander: z.B. untersagte Verwertung der Molke aufgrund der Spezifikation der zu verwendenden Einsatzstoffe im Genehmigungsbescheid der Biogasanlage. Daher würde sich eine Harmonisierung der gesetzlichen Vorschriften die Ausschöpfung der Verwertungspotenziale als fördernd erweisen.

Für eine nachhaltige Verwertung der tierischen Nebenprodukte ist die Betriebsgröße entscheidend. Bei großen Unternehmen ist der Aufbau einer zusätzlichen Vertriebsschiene investitionsmäßig leichter in der Praxis umsetzbar als bei kleinen Firmen. Für kleinere Betriebe wäre eine Kooperation eventuell eine Option, um neue Vertriebsschienen zu erschließen und so Nebenprodukte weitergehend vermarkten zu können. Auch Förderungen durch die öffentliche Hand könnten zur Erfüllung der Vorgaben unterstützen.

Die erkannten Best-Practice-Maßnahmen für die Verwertung von tierischen Nebenprodukten sowie pflanzlichen Rückständen umfassen:

  • Für tierische Nebenprodukte aus der Schlachtung und Fleischverarbeitung:
    • Verarbeitung von Schweineköpfen zur maximalen Gewinnung von bis zu 39 % genießbarem Fleisch
    • Verkauf oder Nutzung von Knochen zur Herstellung von Brühen für Suppen
    • Verkauf von Organen an spezialisierten Läden
    • Energetische Verwertung in den betriebseigenen Biogasanlagen
  • Für Molke:
    • Erzeugung von hitzestabilem Ziegen-Süßmolkenpulver aus 90 % entmineralisierter Ziegen-Süßmolke durch Sprühtrocknung
    • Direkte Flüssigverwertung von Süß- und Sauermolke als Ersatz von Kaffeesahne und Erhöhung des Käseertrags durch Steuerung der Partikelgrößenverteilung der Molkenproteine
    • Abdeckung des Eigenbedarfs von Strom und Wärme durch Verwertung der Molke in der Betriebseigenen Biogasanlage
    • 4-fache Reduktion des Wassergehalts der Molke mittels Umkehrosmose
    • Erzeugung von Molkekonzentrat und Magermilchkonzentrat, welche wertvolle Rohstoffe für weitere Produktionsprozesse (z.B. Milchpulver, Tierfutterergänzungsmittel) liefern
  • Für Obst- und Gemüserückstände:
    • Einsatz der pflanzlichen Rückstände als Futtermittel in der Region
    • Verkauf der pflanzlichen Rückstände an die Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Brühen
    • Verwendung der Kerne des Obsttresters in der Kosmetikindustrie
    • Vergärung zu Biogas oder die Kompostierung des Tresters
    • Teestängel eignen sich für den Verkauf an Tierbedarfsläden

Weitere Informationen finden Sie in unserem anonymisierten Bericht, den Sie hier unter diesem Link einsehen können: Projekt ILMA – technischer anonymisierter Endbericht