PROJEKT

Das Hauptziel dieses Projekts ist es, durch eine gezielte Untersuchung individueller Betriebe in unterschiedlichen Zweigen der Lebensmittelindustrie potentielle Verbesserungen der Produktionssysteme zu identifizieren.

Ein Großteil der in der Lebensmittelproduktion anfallenden Abfälle stellt eine ungenutzte Rohstoffquelle dar. Die Erschließung dieser Quellen durch die Entwicklung von Verfahren, welche als Best Practice für umweltbewusst produzierende Firmen im täglichen Betrieb angewendet werden und für weitere, interessierte Betriebe als Beispiel dienen können, ist eine weitere Zielsetzung des Projekts.

Eine Input-Output-Analyse wird angewendet, um die Menge der entstehenden Lebensmittelabfälle in den einzelnen Sektoren der Lebensmittelindustrie zu identifizieren.

Zur Erhebung der notwendigen Daten der einzelnen Betriebe werden Fragebögen verwendet, in welchen die Mengen, Zu- und Abflüsse, Prozesse in der Produktion sowie Prozesse und Herkunft der Rückstände und Abfälle ermittelt werden. Diese Daten und Prozesse werden dann bei Betriebsbesichtigungen vor Ort verifiziert.

Aus den gewonnenen Daten wird ein individuelles MFA-Diagramm erstellt, um die einzelnen Materialflüsse graphisch darzustellen. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Identifikation von bestehenden Datenlücken, sowie die Optimierung der Verwendung von Ressourcen bei gleichzeitiger Minimierung der Abfälle.

Die Grafik zeigt ein allgemeines MFA-System (ILMA global system) für einen Lebensmittelbetrieb:

ilma_global_system

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Das ILMA global system beschreibt die relevanten Prozesse und Flüsse eines Lebensmittelbetriebs auf einem sehr allgemeinen Niveau. Aus diesem Grund verstehen sich die im globalen System angeführten Prozesse als generelle Prozesse. Im nächsten Arbeitsschritt wird das globale System an die Verarbeitung unterschiedlicher Lebensmittel angepasst, welche im Rahmen des ILMA-Projekts untersucht werden. Das globale System diente als Übersicht, um einen allgemeinen Fragebogen zu entwickeln, auf dessen Basis maßgeschneiderte Fragebögen für die an der Studie teilnehmenden Betriebe erstellt werden. Die branchenspezifischen Systeme beinhalten detaillierte Prozesse und Materialflüsse.

Das System zeigt einen klaren Überblick, wie (und in welchen Mengen) Waren im Betrieb ankommen, verwendet, verarbeitet und entsorgt werden, sowie in welcher Form sie das System wieder verlassen. Dadurch wird es einfacher, Wege zu vergleichen, gegenüberzustellen und zu identifizieren, um die Produktionssysteme effizienter zu gestalten.

Ein weiterführendes Ziel des Projekts ILMA ist es, weitere Forschung und Untersuchungen in diesem, sich gerade entwickelnden Gebiet anzuregen und zu fördern.

  • Die Grundideen der Studie sind:
    • Die Abfallmengen zu berechnen, welche in den unterschiedlichen Lebensmittel erzeugenden Branchen anfallen
    • Besagte Abfälle zu kategorisieren
    • Strategien zu entwickeln, die Menge an Lebensmittelabfällen zu reduzieren
    • Best-Practice-Beispiele aufzuzeigen
  • Vorteile für die Unternehmen:
    • Identifizierung möglicher Datenlücken und neuer, kostensparender Möglichkeiten der Abfallbewirtschaftung
    • Neue Ansatzpunkte für eine Optimierung der Abfallwirtschaft und somit zur Reduktion der Entsorgungskosten
    • Ermittlung möglicher Potenziale zur Abfallvermeidung bzw. zur stofflichen Verwertung bestimmter Abfallfraktionen
    • Unterstützung der Unternehmen bei der Suche nach neuen Entsorgungswegen
    • Information über Best Practice Beispiele
    • Informationsaustausch zwischen den Betrieben
    • Vorschläge zur Optimierung der Abfallverwertung bzw. -entsorgung, was zu weiteren Kosteneinsparungen führt